Karfreitag Esch/Alz. 03.04.2026
2. Korinther 5, 19-21
19 Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit ihm selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung. 20 So sind wir nun Botschafter an Christi statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott! 21 Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, auf dass wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt.
Karfreitag, der Anders-Tag
Eine furchtbare, menschliche Erfahrung. Da stirbt einer einen grausamen Tod – und ich soll erkennen, dass einer für alle gestorben ist. Wir Menschen sollen von Sünde reden, von unserer eigenen Schuld. Und wir sind aufgefordert, hinzuschauen. So sieht das der Briefschreiber namens Paulus. Er hat eine besondere Sicht. Er hat eine Einsicht, die zugleich eine Aussicht für ihn entstehen lässt. Aus seinem Sehen, aus dem Erkennen und Begreifen entsteht für ihn etwas Neues.
Mitten in der Betrachtung des Todes steht für Paulus die Betrachtung der Auferstehung. Er ist da ganz Kind seiner jüdischen Wurzeln.
Die Auferstehung der Toten wird von denen geglaubt, die damit die Endzeit eingeläutet wissen. Und diese Endzeit ist etwas, worauf alle warten. Endlich wird alles neu! Endlich kommt der Messias! Endlich hat das endlose Sterben ein Ende. Das müssen alle Menschen an allen Enden der bekannten Erde wissen. Mit dieser Auferstehung beginnt etwas Neues.
Ohne diesen Gedanken des Neuwerdens wird der Gedanke des unschuldigen, sinnlosen Sterbens nicht von mir gefordert.
Denn wir als Christenheit leben ja nach Ostern. Wir können nicht so tun, als gäbe es die Zeugnisse des Osterfestes nicht. Denn Ostern macht alles anders. Das endlose Sterben hat ein Ende. Das wird Paulus nicht müde, das zu betonen.
„Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“
Das, was die Welt, der Zeitgeist, die Mode, die Gesellschaft mit ihrem Verhaltenskodex uns abverlangt, ist nicht mehr bindend. Denn das Alte ist vergangen. Was immer mich da hält und fesselt. Das Alte gilt nicht mehr! Schluss damit. Wir sind frei. Leben will ich! Lieben will ich. Liebe muss gewagt werden!
Das ist ganz eng beieinander am Kreuz: der Gedanke vom Tod und der Wille zum Leben. Das macht den Karfreitag zum Anders-Tag. Etwas Neues und ganz und gar Freies wird uns vor Augen gehalten: Ein neuer Mensch, der sich nicht dem Tod zu beugen hat. Voller Hoffnung blicke ich auf diese Möglichkeit, das alte Leben loszuwerden. „Wort für den Tag“ weiterlesen



Das Großherzogtum Luxemburg mit seiner konstitutionellen Monarchie (Londoner Vertrag 1830) im deutsch-französisch-belgischen Grenzwinkel hat über 520.000 Einwohner, davon über 220.000 Ausländer. Da das Land von der Reformation kaum berührt wurde, ist die Bevölkerung mehrheitlich römisch-katholisch.