(La traduction en français se trouve après la prédication allemande)
Was bleibt?
8 Jesus Christus ist derselbe gestern, heute und in Ewigkeit. 9 Lasst euch nicht durch schillernde und fremdartige Lehren verführen. Denn es ist gut, dass das Herz gefestigt wird durch Gnade. (Hebräer 13,8–9b)
„Gib mir ‘n kleines bisschen Sicherheit in einer Welt,
in der nichts sicher scheint,
gib mir in dieser schnellen Zeit
irgendwas, das bleibt.“
So singt die Band Silbermond und trifft damit den Grundton unserer Zeit und die Sehnsucht vieler Menschen. Vielleicht auch unsere Sehnsucht heute, wenn wir auf das Jahr 2025 zurückblicken und gleichzeitig nach einer Haltung suchen, wie wir über die Schwelle ins neue Jahr gleiten, rutschen, schlittern, schlafen oder gemütlich mit einem Glas Crémant anstoßen können.
Die Band singt von der Sehnsucht, dass es etwas gibt, was unveränderbar durch die Zeiten hält und sicher ist. Sie singen von der Sehnsucht, dass sich so vieles verändert, transformiert, neu beginnt.
Alles geht immer schneller, die Sorge greift um sich, nicht mehr mitzukommen. Sie scheint einen wie einen Strudel mitzureißen.
Wäre doch mal einer da, der auf den Knopf drückt, und alles und alle würden mal zur Ruhe kommen. Inmitten aller Unsicherheit – Stabilität. Inmitten aller Unruhe – Ruhe. Inmitten aller Veränderung – Halt.
Ein Jahr geht zu Ende, das weltpolitisch von großen Veränderungen geprägt war. Ein Jahr geht zu Ende, in dem auf politischer Ebene bisherige Sicherheiten angegriffen, aufgebohrt oder einfach nur zerstört wurden.
Gemeinsam auf einer Basis zu stehen, auf der Alle Halt finden, das scheint es immer weniger zu geben.
Unsicher war das alte Jahr, unsicher kündigt sich das neue Jahr an, unsicher geht das Jahr zu Ende, Unklar ist die Aussicht auf das neue Jahr – global betrachtet.
Und persönlich?
Kirchliche Veränderungen kommen dazu. Nach der Bank, der Schule, der kommunalen Verwaltung, dem Hausarzt, dem Spital werden wir auf den Geldautomaten und das Internet verwiesen. Jetzt soll auf Französisch alphabetisiert werden.
Zuletzt zieht sich auch noch die Kirche zurück. Kirchen und Pfarreien werden geschlossen, fusionieren, werden zu Seelsorge-Einheiten zusammengelegt.
Das Gespräch mit der Pfarrerin, dem Pfarrer über den Gartenzaun wird zur Anreise mit Mittagessen oder Butterbrot.
Alles geplant und nichts, was auf dem Herzen liegt, – das man so gerne losgeworden wäre, ohne Termin oder was man eigentlich dem Pfarrer schon lange anvertrauen wollte.
Ist das der moderne Wandel zum Neuen?
Wie geht’s nach dem Wandel weiter?
Was bleibt?
Bleibt noch was?
Wie schauen Sie auf Ihr persönliches Jahr zurück?
Was hat sich verändert?
Welche Abschiede mussten wir erleben, welche Herausforderungen überwinden, welchen neuen Lebensabschnitt haben wir begonnen?
Auch im eigenen Leben gilt:
Nichts scheint beständiger als die Veränderung.
Wenn sich schon alles verändert und immer weniger sicher, verlässlich ist, dann stellt sich die Frage:
Was trägt mich durch die Veränderung hindurch?
Was hat Bestand und was lässt mich eine Haltung finden, mit der ich nicht zwingend mit Freude, aber doch mit Zuversicht, und getragen und mutig durch alle Veränderungen hindurchgehe?
Die Worte aus dem Hebräerbrief zeigen die Richtung an. „Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.“
Jesus ist die Konstante in allen Veränderungen.
Mit ihm können wir Tag für Tag und Jahr für Jahr gehen – durch allen Wandel hindurch. Er ist der Boden, der trägt, wenn alles zerbricht. Er ist der Stecken und Stab, der Halt gibt, wenn alles haltlos wird. „Unwandelbar bist du, Herr bleib bei mir.“
Das kann Trost sein, das ist Haltung, wie sich mit den Veränderungen umgehen lässt.
Der Vers klingt wie ein guter Werbeslogan: „Egal was oder wer kommt, auf Jesus Christus kannst du dich verlassen.“
Dieser Vers schenkt Bodenhaftung und Orientierung.
Dieser Vers richtet uns neu aus –
Dieser Vers besteht – lässt uns überstehen, wenn unser Ohr an Wörtern überläuft und unser Herz immer neue Entscheidungen abverlangt – und uns bedrängt.
Bei Jesus Christus weiß ich, was ich bekomme. Er ruft alle zu sich. Er stellt den in die Mitte, den andere links liegen lassen. Er reicht dem die Hand, der eine braucht, Sie geht mit demjenigen, der alleine ist, um mit ihm den nächsten Schritt zu gehen. Mit ihm kommt Gott mir nahe, indem er mich eintauchen lässt in den Strom der göttlichen Liebe. Er sieht mich, wie ich bin. Er geht trotz allem mit mir durchs Leben als der gute Hirte, als das Licht auf meinem Weg, als die Tür, die mir einen neuen Raum eröffnet, als die Wahrheit, die mich zu Gott bringt.
Das alles war so, ist so und wird so bleiben. So wird mein Herz fest: Nicht hartherzig oder aus Stein, nicht kalt oder betonhart.
Sondern ermutigend, fester, zuversichtlicher, gestärkter von Mut und Vertrauen: Gott geht mit.
„Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.“
Gestern und heute und ganz bestimmt auch ins neue Jahr!
AMEN
